Atox Bio Computer
Atoxe auf Halde

Der Atox Bio Computer ist ein weiteres Scharlatanerieprodukt, das mit pseudowissenschaftlichem Gebrabbel an den Mann gebracht wird. Der Hersteller ist die steirische Firma ATOX Systemtechnik GmbH, eine Tochter der m2 Master Management GmbH. Die bei manchen Menschen vorherrschende diffuse Angst vor Elektrosmog oder Erdstrahlen wird hierbei offenbar ausgenutzt. Um den Hals getragen, schützt er angeblich vor diversen "Strahlungen", indem er "negative Informationen in positive umwandelt". Selbstverständlich tut er das stromlos. Bedenklich ist, dass der wirkungslose Atox auch als Schutz vor ionisierender Strahlung angeboten wird, für die eine schädigende Wirkung hingegen nachgewiesen ist.

Sehr viele Käufer scheint Atox nicht zu haben. Eine Beobachtung von Angeboten bei Ebay zeigte, dass die Produkte dort schwer verkäuflich sind, bei einem Sofort-kaufen-Preis von 259 € auch kein Wunder.

Hintergründe der "wissenschaftlichen" Gutachten finden sich in einem Artikel im Skeptiker [1]. Keine der vorgestellten Studien ist doppelt verblindet, teils sind sie von einschlägig bekannten Instituten. Für die spektakulären Behauptungen werden Belege gar nicht erst angeboten [2]:

Zitat: "Die revolutionäre Erkenntnis von Dr. Tarasov ist, dass jede elektromagnetische Strahlung beliebiger Herkunft aus zwei Komponenten besteht, der physikalischen und der Energie-Informations-Komponente. Wobei die Energie-Informations-Komponente der physikalischen Schwingung vorauseilt und primär auf den menschlichen Organismus bzw. sein bioenergetisches Feld einwirkt." Dies ist Unsinn und nicht Stand der Wissenschaft. Bei der erwähnten ionisierenden Strahlung handelt es sich (bei alpha- und beta-Strahlung) gar nicht um elektromagnetische Wellen, sondern um Korpuskularstrahlung.

A.V. Tarasov

Entwickelt wurde Atox von einem russischen Physiker namens Alexander Tarasov. Werbung für Atox wird, von der Site [3] abgesehen, vor allem durch bezahlte Pressemitteilungen gemacht. Offenbar eine wenig effektive Strategie.

unterstellte Funktionsweise

Der Atox Bio Computer soll nach Angaben des Herstellers in drei Schritten wirken:

  • über zwei vergoldete Spiralantennen kommuniziert Atox mit einem postulierten biodynamischen Feld des Trägers,
  • alle Strahlungen werden umgehend in eine für den Organismus verträgliche Form transformiert
  • die korrigierten Strahlungs-Informationen werden wieder an den Organismus und sein biodynamisches Feld zurückgegeben.

Auf dem integrierten Mikrochip sollen 30 Informationsprogramme gespeichert sein, die das gesamte Spektrum der schädlichen auf das Biofeld des Menschen einwirkenden Strahlen in positive Strahlung-Informationen umgewandeln und so dem Körper als zusätzliche Energie zur Verfügung stehen sollen. Die Grundlage von ATOX bildet laut Tarasov eine Master Wave Technology, eine spezielle Methodik zur Beeinflussung von Energie- und Schwingungs-Informationen sowie sein zuvor erfundenes NABAT-Gerät. Diese esoterische Methode wurde von Tarasov entwickelt. Es sollen dabei Hochfrequenzbereiche genutzt werden, die von Wissenschafltern, Theosophen, Philosophen etc seit Jahrhunderten als feinstofflicher Bereich beschrieben werden.

angebliche Wirksamkeitsbelege

 
typische Anwendung in der Werbung für ein Konkurrenzprodukt

Um der Skepsis bezüglich dieses merkwürdigen Gerätes zu begegnen, wurden von Tarasov und dem Hersteller Zertifikate erwähnt, die auf der so genannten Geldrollenbildung im Dunkelfeld beruhen und daher keinerlei wissenschaftliche Beweiskraft haben, sondern nur Laien beeindrucken sollen.

Ein Institut für Biosensorik und Bioenergetische Umweltforschung (IBBU) in Lieboch/Graz gab im April 2005 über eine Pressemeldung (Redaktion: Wolfgang Weitlaner) an, unter Leitung einer Noemi Kempe einen Langzeitversuch zum Produkt Atox Bio Computer mit insgesamt 75 Probanden von Dezember 2003 bis März 2005 gemacht zu haben. Laut Untersuchungsergebnis soll das Produkt dabei bei allen Probanden durch das reine Anlegen von ATOX einen Schutz gegen "geopathogene", radioaktive und elektromagnetische Belastungen gezeigt haben, und zwar nachgewiesen durch "bioenergetische Untersuchungen". Versuchsleiterin Kempe hab an, dass dieses Produkt "kein "esoterischer Zauber" sei.[1]

Weblinks